| schreibt: Inmitten der Gründauer Altstadt – schlecht zu finden – befindet sich das Gasthaus „ Zum Bierschorsch „ mit angeschlossenem „ Hotel Zum Euro „. Äußerlich in tadellosem Zustand, mit einer außenstehenden Schiefertafel, auf der schon die Saisonalen Gerichte angeschrieben sind. Innen drin setzt sich der saubere Gesamteindruck fort, in einem großen Gastraum mit hohen Decken, geschmackvoll eingedeckten Tischen mit einer ansprechenden Dekoration. In den warmen Sommermonaten kann auch im dahinterliegenden Innenhof ( teilweise überdacht ) an schönen Rattanmöbeln gesessen und gegessen werden. Die Speisekarte verweigert allerdings jede kulinarische Überraschung. Bei den Vorspeisen sei die Einfallslose Französische Zwiebelsuppe erwähnt, Brühe mit Zwiebeln, darauf eine Toastscheibe, die ganze Sache mit Raspelkäse überbacken. Ebenso langweilig sind die gebackenen Champignons mit einer Sauce Mayonnaisenbasis. Als Hauptgerichte stehen die üblichen Schnitzel und Steaks auf der Karte, das Rumpsteak mit Zwiebel und Bratkartoffel heißt hier „ Rumpsteak Bombay „ , das Filet gar „ Filetsteak King George „. Mal von den unsinnigen Bezeichnungen abgesehen sind die Rindfleischstücke von guter Qualität, schmecken lecker, die Bratkartoffel / Champignons dazu sind knusprig und frisch. Ebenfalls zu empfehlen sind die Schweinelendenmedaillons in einer Calvadossauce. Auch Sonderwünsche werden erfüllt, Kroketten oder Bratkartoffel je nach Wunsch, wobei zu beachten ist, das Kroketten vorgefertigt sind und anschließend nur noch in die Friteuse geschmissen werden. Die Schnitzel sind mit einer wunderbar dünnen Panade versehen und zart wie Butter. Bei unserem letzten Besuch probierten wir z. B. einen wunderbar abgeschmeckten Wurstsalat aus feiner Lyoner mit Bratkartoffel, sowie einen Teller Blattsalate mit Himbeerdressing, dessen Portion allerdings etwas üppiger hätte ausfallen dürfen. Als Hauptgang orderten wir gemeinsam Frankfurter Grüne Sauce mit Tafelspitz. Die Grüne Sauce war frisch, schmeckte unglaublich gut, von den 3 Scheiben Tafelspitz waren wir begeistert, die Salzkartoffel waren von einer mehligen Sorte, also etwas matschig. Pro Portion standen anschließend freundlich kalkulierte € 10.50.- auf der Rechnung. Einen Wermutstropfen haben wir trotzdem gefunden, nämlich: die angebotenen Spargelgerichte. Auf einer beigelegten, Saisonkarte gibt´s zur Zeit diverse Spargelgerichte. Beim Lesen stockt dem Gast allerdings der Atem, wenn er zur Kenntnis nehmen muss, das für einen Teller Spargel mit – wahlweise – gekochtem oder rohen Schinken mit Salzkartoffel und Sauce Bernaise, € 18,50.- verlangt werden. Bei den Spargelbauern in der näheren Umgebung wird das Kilo derzeit für ca. € 7,00.-, wohlgemerkt 1. Wahl und schon geschält, angeboten. Derartige Preisverstellungen für ca. 500 g Spargel mit einigen Scheiben Schinken, sowie etwas Sauce und Kartoffeln sind wir allenfalls aus besternten Küchen gewöhnt, nicht aber aus Landgasthäusern in der tiefsten Provinz. Bedienung, Wartezeit und Ambiente sind ansonsten tadellos. || Essen: 3 Punkte, Bedienung: 4 Punkte, Ambiente: 3 Punkte, Sauberkeit: 4 Punkte, Gesamt: 3.5 Punkte |