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Restaurantbewertung vom Bräustüberl in Scheyern
3.13 von 5 Punkten bei 4 Bewertungen.
Restaurant-Kritik.de
schreibt: nachtarok als seitensprung Maria weinte dicke Tränen, als sie heute in den Himmel hinauf fuhr. Die Fieranten auf dem Jetzendorfer Frautag weinten sicher noch viel dickere Tränen, als sie heute Kasse machten. Selbst die Wespen waren stinksauer, weil es nichts Gescheites zum Stechen gab. Schlicht und ergreifend ein total dauerverregneter fünfzehnter August. Für mich eine sehr gute Gelegenheit mittags in Scheyern endlich die zweite Stufe der geedlten Klostergastronomie des agilen Paters Lukas und seines pfiffigen Geschäftsführers Eder zu testen. Und die beiden kamen mir sehr entgegen, denn auf der Schiefertafel stand Ente mit Blaukraut und Kartoffelknödel (7,40 €). Dieses Teilchen aß ich doch in der exakt genauen Machart erst vor ein paar Tagen im Biergarten der Klosterstuben. Der gleiche Preis, mit einem jedoch recht bedeutenden Unterschied: von der beispielhaft freundlich bedienenden Azubine Selma erbat ich mir ein Pfaffenstückl. Sie wollte wissen, was das ist. Ich formulierte es in den halbgeheiligten Kreuzgewölben nicht gerade fein: Was der Herr Pfarrer am liebsten mochte, die Brust. Sie verstand, hatte eine und brachte eine. Drittes Lehrjahr, Hut ab. Hut wieder auf, denn vorher löffelte ich noch einen Testklassiker weg, eine Rindssuppe mit Leberknödel (3,20 €). Obwohl die Brühe (wirklich reichlich) ungewöhnlich säuerlich daherkam, hat sie mir geschmeckt. Das ist doch die Hauptsache. Auch der halbfeste Knödel war wie handgekugelt. Na bitte. Hut wieder runter, leider kam das Blaukraut laukalt auf den Tisch, ich bekam dann aber eine Schale der verdauungswichtigen Beilage in heiß und siehe da, schier köstlich gewürzt und wundervoll knackig. Musterbeispiel! Der edle Flatterer selbst war wieder oberflächlich gerupft, jedoch das Fleisch kann nicht mürber sein. Auch den herzlosen Knödel verdrückte ich ohne Murren. Der ArmeLeuteFesttagsbraten bekommt die Note gut. Was ich sehr bedauere, dass die vollautomatische Schankanlage, wahrscheinlich fehlt der Internetanschluss nach ganz oben, keine Radlerhalbe (0,5 l; 2,50 €) mit dem hauseignen, kellertrüben Bier zusammenbringt. Der Augenaufschlag von Selma fetzte allerdings das arg frustrierende Manko mit Links vom Tisch (mein Gott, was bin ich korrupt?). Eder schoss auch nur kurz vorbei. Wenn das so weiter geht, muss ich mich eines Tages noch bei ihm entschuldigen. Lieber Gott der Benediktiner, muss ich das wirklich? || Essen: 3 Punkte, Bedienung: 5 Punkte, Ambiente: 3 Punkte, Sauberkeit: 3 Punkte, Gesamt: 3.5 Punkte
Bewertung vom 15.08.2008 (3.5 von 5 Punkten)

schreibt: Bis zum 13.7. d.J. gehörten die Klosterschenke und das Bräustüberl zu unseren bevorzugten Lokalen, das ist vorbei. Am 13. (oh, vielleicht lag es an der Zahl) machten wir mal wieder eine Einkehr und freuten uns auf die leckerre bayrische Küche. Während unserer München Zeit waren wir oft Gäst in Scheyern. Inzwischen wissen wir, Pleite, neue Führung usw. doch nicht alle neuen Besen kehren gut. Das Bräustüberl war fast leer, doch die meisten Tische waren reserviert. Wir fragten ab wann, statt einer Antwort kam, da können sie nicht sitzen. Zweimal mußten wir nachfragen, wo wir denn sitzen dürften. Da waren wir schon angefressen. Lange mußten wir warten bis sich einer unserer Wünsche annahm. Das Bier kam relativ flott. Mit dem Essen dauerte es und die Karte gab es nur teilweise, wegen der in zwei Stunden kommenden 18 Personen Gesellschft. Was um Himmels Willen wollen die machen, wenn das Lokal mal voll besucht sein sollte? Dann hilft auch kein beten. Das Rindergulasch war vom Geschmack sehr pikant und gut gewürzt, doch das Fleisch war sehr, sehr hart. Der Knödel war früher um Längen besser. Der Beilagensalat war ok. Die Soße war zu knapp, wurde aber nachgeliefert, ohne Aufpreis. Ich wollte einen Salatteller und eine halbe Portion Obazda, das ging nicht, also die volle Portion, die auch kleiner als früher war. Der Salat war wirklich super frisch, als sei er gerade gepflückt worden. Doch wie essen? Die Salatblätter waren überhaupt nicht bearbeitet und lagen geschichtet in einer tiefen Schüssel. Vom Dressing merkte ich erst was, als ich am Boden angelangt war. Das Schneiden der Blätter war in dieser tiefe Schüssel fast unmöglich. Klar, dass ich mich eingesaut habe. Der Obazda war etwas zu cremig, ich hatte das Gefühl, dass er nicht selbst gemacht war. Die Gurke passte nicht dazu, Radi wäre besser gewesen. Das Brot war mit drei kleinen Scheiben sehr knapp bemessen. Es muss sich was tun, sonst bleiben die Gäste weg, vor allem bei den Preisen. Die Bedienung war lustlos und liess sich kaum blicken, Achtung Kunde droht mit Auftrag! So nicht liebe Klosterleute. Wir zahlen gerne, doch abzocken ist auch nicht mit himmlischen Segen. || Essen: 2 Punkte, Bedienung: 2 Punkte, Ambiente: 4 Punkte, Sauberkeit: 4 Punkte, Gesamt: 3 Punkte
Bewertung vom 18.07.2008 (3 von 5 Punkten)

schreibt: An der Speisenkarte fiel zunächst auf, daß als Hauptgerichte nur Braten angeboten werden. Ich vermißte die kurzgebratenen Fleischgerichte (Steak, Schnitzel) ebenso wie Fisch und vegetarische Gerichte. Die scheint es wohl nur oben in der Klosterstubn zu geben. Dafür kann man wählen zwischen normalen und kleinen Portionen. An Salaten gab es reichliche Auswahlmöglichkeiten. Die Suppe kam in erfreulich großen Haferln und schmeckte ausgezeichnet. Enttäuscht war ich von dem Schweinebraten: Handwerklich zwar gut gemacht und auch geschmacklich in Ordnung, sah ich mich zwei etwa 8cm großen und gut einem halben Zentimeter dicken Stückchen Fleisch gegenüber. Der einzige Kartoffelknödel erreichte auch nicht einmal Tennisballgröße. Wie mag da wohl erst die "kleine Portion" aussehen...? Auf der Rechnung wurden dafür 9,20 Euro (!) ausgewiesen, also der Preis für eine normale Portion. Darüber konnte auch die Freundlichkeit der Bedienung nicht hinwegtrösten. || Essen: 3 Punkte, Bedienung: 4 Punkte, Ambiente: 4 Punkte, Sauberkeit: 3 Punkte, Gesamt: 3.5 Punkte
Bewertung vom 17.07.2008 (3.5 von 5 Punkten)

schreibt: direkt neben dem lieben Gott Bevor ich irgendein Wort schreibe, muss ich loswerden, dass die Benediktiner im Havariebetrieb des »Bräustüberls« nach der Insolvenz des Gesamtbetriebes im Januar 08 dem Namen Klosterschenke keine Ehre erweisen. Wenn ich auf der Faschingssonntagsnotkarte eine mittelmäßige Tafelspitzsuppe mit Leberknödel für 3,50 € (die Knödeloberfläche protzt mit eingekerbten Spuren der Plastikhülle), das sind rund sieben Mark(!!!), angeboten bekomme, dann ist das keine Schenke, sondern eine Zocke. Habe ich eine Wut im Bauch. Nur der charmant und brillant bedienende Roberto hat sie, die Wut, dann doch um einiges gemildert. Ohne meinen Flachmann mit gutem Balsamico hätte man den Bayerischen Wurstsalat (5,00 €) auch besser in der Pfeife verraucht (vor der Türe, bei -4 Grad). Die blauen Zwiebel waren fast in Ordnung, nur die äußerste, schon spröde Schale hätte sich in den Mülleimer gehört und nicht auf meinen Teller. Die etwa 100 g Fleischwurst aus der gelobten Klostermetzgerei toppten mit absoluter Geschmacksneutralität. Diesen Metzger werde ich mir noch genau ansehen - anschmecken! Und gnadenlos berichten, so wahr mit Gott helfe – und der wohnt ja nicht weit weg. Da wird sich Cellerar Pater Lukas noch gewaltig hart tun, für sein Gästerefugium einen dem Namen gerecht werdenden Pächter zu finden. Bei diesen immensen Grundkosten bin ich mehr als neugierig, wer das stemmen will – und auch kann! Vielleicht lehnen sich auch die geistlichen Herrn etwas zu weit aus dem Klosterfenster? Die wie ein Lauffeuer geraunten Kandidaten – ich weiß nicht recht … Als überzeugter Anhänger des Biergartens werde ich ein paar Bittgebete in den Himmel über dem Scheyerner Doppelquerbalkenkreuz schicken müssen, damit ich weiter meinen irdischen Gelüsten – zufriedengestellt – bei den Benediktinern nachkommen kann. Im Notfall bleibt nur noch beten. Was heißt hier Notfall? Kili reiß di zamm! || Essen: 2 Punkte, Bedienung: 3 Punkte, Ambiente: 3 Punkte, Sauberkeit: 2 Punkte, Gesamt: 2.5 Punkte
Bewertung vom 22.03.2008 (2.5 von 5 Punkten)



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