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Restaurantbewertung vom Klosterstub'n in Scheyern
3.75 von 5 Punkten bei 5 Bewertungen.
Restaurant-Kritik.de
schreibt: Da bin ich doch breitseitig gegen den Österreicher in Scheyern losgedonnert, weil mir so Vieles gar nicht gepasst hatte. Da aber mein Biergartenherz auch vom Wirtevorgänger Vogt nicht getötet werden konnte, wollte es sich erst recht nicht von einem Thomas Eder unterkriegen lassen. Also, nauf auf den Berg an einem herrlich warmen Montagmittag. Etwa 25 Tische waren eingedeckt zum Gastgarten. Mitgebrachtes darf nicht verzehrt werden, also nix Biergarten. Trotz der malerischen Kastanien und der knochenharten Bestuhlung. Sitzkissen gibt es nicht, man hockt also die kleinen Sünden weg und spart sich den Kirchgang. Was wiederum ein Fehler ist, so man die Basilika nicht kennt. In der unser Papst viele Jahre gebetet hat, wenn er zu seinen Exerzitien nach Scheyern gefahren ist, um im nahen Forst zu wandern. Man hat, geschäftstüchtig, seinen Spazierweg sogar auf einer Schautafel dargestellt. Dann ist der Appetit gewissermaßen abgesegnet, wenn man die päpstliche Runde gedreht hat. Ich kam nicht mit dem Papamobil sondern dem Kilicabrio. Auch recht reizvoll, und staunte über die megagute Besitzung mit Gästen, die Geld haben, denn das müssen sie, weil Eder zusammen mit Braupater Wirth die Preise gewaltig angehoben hat. Unter zehn Euro ist wenig Warmes, auch noch ansprechend, zu finden. Dreißig Märker sind leicht zu verfuttern – Beispiel: Gegrillte Perlhuhnbrust auf Rahmpfifferlingen mit Bandnudeln (14,50 €) oder Medaillons vom Schweinefilet auf Rahmpfifferlingen mit hausgemachten Eierspätzle (12,50 €). Weil mir das nötige Portogeld fehlt, gab es für mich eine Tomatencremsuppe mit Croutons für 3,20 €, die hält sich da noch im Rahmen, ebenso die 1/4 gefüllte Bauernente mit Kartoffelknödel und Birnenblaukraut für 7,40 €, oder Käsespätzle mit Bergkäse, Röstzwiebeln und gemischtem Blattsalat (7,50 €), »leider aber aus« meinte Karin, eine richtig sympathische, flinke Bedienung. Schnell kam die Radlerhalbe (0,5 l, 2,40 €), die auch nach Bier schmeckte und die Suppe, die nach »fertig« schmeckte und auch so aussah. Brav bekam ich auf Wunsch die Croûtons separat, damit sie nicht auf dem Weg vom Pass in den Garten voreilig aufweichen konnten. Ich war zufrieden und aß auf! Dass ich nicht ein Pfaffenstückl, also das Ententeil mit dem Flügel und der Brust erhielt, versteht sich von selbst: der Meckerer sitzt draußen! Die Haut war gut, das Fleisch saftig, die Füllung ansprechend. Wäre der Edelflatterer sauber gerupft gewesen, nicht auszudenken. Köstlich im Biss und am Gaumen das leider laukalte, üppige Blaukraut. Der handgekugelt schmeckende Knödel hatte im Herzen keine Bröckerl. War er fertig? Wenn ja, macht nix, denn er schmeckte gut. Nun ein ganz dickes Lob für den Wiener Geschäftsführer: die werbefreien Schirme und eine ansprechende Tischdekoration machen den Restaurantgarten zu einem richtigen Kleinod für etwa hundert durstige Kehlen. Die hier an einem fast heiligen Hopfenplatz sitzen, denn das Bier der Benediktiner mit dem blutjungen, überragenden Braumeister Tobias Huber ist über jede Kritik erhaben. Und das ganz ohne Weihwasser, sondern sicher mit ausgezeichnetem Brauwasser. Damit bin ich in meinen Lieblingsrestaurantbiergarten zurückgekehrt. || Essen: 3 Punkte, Bedienung: 4 Punkte, Ambiente: 4 Punkte, Sauberkeit: 4 Punkte, Gesamt: 3.75 Punkte
Bewertung vom 12.08.2008 (3.75 von 5 Punkten)

schreibt: Schon gespannt auf die Wiedereröffnung unter neuem Geschäftsführer, trafen wir an einem Samstagmittag zum Essen ein. Ein Haken an der Garderobe war lose, was so kurz nach einer Neueröffnung nicht der Fall sein dürfte. Auf dem Bord oberhalb der Sitzbank lag eine feine Staubschicht. Die Begrüßung war freundlich und wir nahmen an einem größeren Tisch Platz. Das Lesen der Speisenkarte weckte freudige Hoffnung. Als Vorspeise der Hopfenspargel zu ambitioniertem Preis. Das Hauptgericht ließ auch nicht lange auf sich warten und schmeckte vorzüglich. Wenn man um den Preis auch erwartet hätte, satt zu werden. Als Dessert gibt es noch immer den Windbeutel, wenn der auch deutlich kleiner war als früher. Der Preis ist allerdings geblieben. Außer den teuren Preisen gab es nichts auszusetzen. || Essen: 4 Punkte, Bedienung: 4 Punkte, Ambiente: 3 Punkte, Sauberkeit: 3 Punkte, Gesamt: 3.5 Punkte
Bewertung vom 29.04.2008 (3.5 von 5 Punkten)

schreibt: frühling bei den benediktinern von scheyern ... Wir haben reserviert, um an der Hauswand im Biergarten einen Platz zu bekommen. Für den Geschäftsführer des Hauses Gelegenheit, mir am Telefon mitzuteilen, dass er gerade mit dem Wirt gesprochen hatte, ob sie mir ein Lokalverbot verpassen sollen. Wir durften dann doch kommen. Das Gespräch war so, dass ich es zum richtigen Zeitpunkt veröffentlichen muss, damit die Gäste erfahren, was Herr Eder unter Gastfreundschaft versteht. Wir wurden vorzüglich von Roberto bedient, wie immer, und ich versprach, nicht zu kritisieren. Loben darf ich aber: Der Butterfisch mit Basmatireis, Rieslingsahnesoße und Gemüse (9,40 €) meiner Gattin war ein Augen- und Gaumenschmaus ersten Ranges. Das Schnitzel Wiener Art mit Kartoffelsalat (9,50 €) meines Sohnes bestand aus zwei(!) großen Schnitzeln. Die Deko war ebenso bemerkenswert sorgfältig auf den Salat gelegt worden. Meine 10 Stangen Spargel mit Kartoffeln und Butter (14,00 €) waren perfekt zubereitet. Auf die Hollandaise habe ich aus gutem Grund verzichtet. Der Wein wurde wieder in nicht geeichtem Glas ohne Prüfmöglichkeit serviert. Das kellertrübe Bier im schönen Glas ein Genuß. Wir zahlten zu Dritt mit Tipp 45 €. || Essen: 4 Punkte, Bedienung: 5 Punkte, Ambiente: 4 Punkte, Sauberkeit: 4 Punkte, Gesamt: 4.25 Punkte
Bewertung vom 11.04.2008 (4.25 von 5 Punkten)

schreibt: weisser sonntag? Einen schöneren Frühlingsauftakt konnte man sich kaum wünschen. Wie Lemminge trieb es uns um Eins hinauf auf den Scheyerner Berg, hinein in den Biergarten. An die Hauswand. Zu den zwei Reihen Tischen. Ja verdammt noch einmal: zwei Handvoll Tische für die vielen Sonnenhungrigen. Und Magenhungrigen. Und Durstigen. Eine Sauwut hatte ich vom Stand weg auf den Wiener Zipfelhaubenschnalzer. Versteht der denn unseren bayerischen Wetterbericht nicht? Weiß der nicht, was ein weißer Sonntag ist? Hat der jemals in einem Biergarten schon eine Viertelstunde auf's Bier warten müssen? Natürlich. In seinem! Ich verstehe schon, auf Schiffen gibt es keine Biergärten … Die Karte war die gleiche wie vor ein paar Tagen. Nur mit ärgerlichen Varianten. Die Lachsvorspeise mit Reiberdatschi ohne Reiberdatschi. Die Schweinshaxn mit Krautsalat ohne Krautsalat. Ja stehn denn bei dem Österreicher Schlaftabletten am Pass? Oder schwimmt er mit Hiwis, die ein Messer kaum von der Gabel unterscheiden können? Den nachbestellten Knödel gibt es ohne Soße (man betrachte das Bilddokument), dafür kostete er zwei Mark!! Da kann mir die benediktinische Regel aber ganz schön gestohlen bleiben. Ein Stoßgebet, anstatt Fluch, hat dann aber gewaltig geholfen. Wir durften uns zuwisetzen, zu einem sympathischen Radlerehepaar und wurden von einem bildhübschen Engelvollblutweib namens Sylvia aus dem nahen Hettenshausen bedient. Ja war die eine Wohltat! Leider ist sie nur am Sonntag da. Vielleicht ist das ganz gut so – kann ich besser schlafen. Vielleicht bleibt auch der Roberto? Vielleicht, vielleicht, vielleicht? Viel schwer! Da gemma nimmer her! Da dieser Reim nicht von Goethe ist, kommen wir so lange in unsere Klosterwirtschaft, bis wir den Eder und den Hennig katholisch gemacht haben. Worauf sich die verlassen können. Und wenn sie uns einen Gang fünf mal bringen müssen. So, jetzt ist alles draußen. Noch ein Schluck vom herrlichen, goldfarbenen kellertrüben Bier im schönen Seidel – und die Welt ist fast wieder in Ordnung. Beim Heimfahren geht mir plötzlich ein Licht auf: Ich war heute morgen nicht in der Kirche, weil ich kein Auto hatte. Jetzt ist alles klar! März 08 || Essen: 2 Punkte, Bedienung: 4 Punkte, Ambiente: 3 Punkte, Sauberkeit: 4 Punkte, Gesamt: 3.25 Punkte
Bewertung vom 30.03.2008 (3.25 von 5 Punkten)

schreibt: aufg'wacht, aufg'macht ... Ich habe es schier nicht erwarten können, bis Scheyerns Klosterrestaurant endlich wieder seine Pforten öffnete. Schuld an meiner Ungeduld trägt mit der Cellerar der Scheyern-Benediktiner, Pater Lukas Wirth, der mir, fast schon Anselm-Bilgri-like*, immer wieder fotogen und wuchtig aus der Zeitung entgegenlächelte. Sie haben schon einen guten Ruf, die Cellerare der Benediktiner. Ihr Ordensgründer hat ihnen ja auch aufgetragen, dass sie sich gefälligst ordentlich sorgen sollen, um ihre Gäste. Und schon beginnen meine Probleme. Kann man so einen Ordensmann anzeigen, wenn er gegen Gesetze verstößt? Muss man sich dann nicht ewig der Sünden fürchten? Ich bitte Sie jetzt einfach um Ihre Hilfe: Scheyern schenkt den Schoppen sündteueren Veltliner (5,00 €) vom Weingut Weichselbaum in Gläsern ohne Eichstrich aus. Der Gast hat also keine Möglichkeit zu überprüfen, welche Menge des mittelprächtigen Österreichertropfens er im Glas hat. Pater Lukas, das ist verboten! Im Getränketeil der Karte bieten die Benediktiner, sie sind die Wirte, 0,125 Liter Wein an, das ist bei unseren älpelnden Nachbarn das dort berühmte »Achterl«. Pater Lukas, das »Achterl« ist bei uns nicht erlaubt. Nur 0,1 Liter lässt der Gesetzgeber zu! Pater Lukas, was mache ich jetzt mit Ihnen, nachdem Sie mich bei unserem ersten Telefonat anfangs so richtig zusammenfallen haben lassen? Soll ich mich rächen? Tu ich natürlich nicht, damit ich kein Hausverbot in der Basilika bekomme, denn die brauche ich immer wieder. Ich habe Sie hiermit öffentlich auf einen gravierenden Fehler aufmerksam gemacht. Sie ändern das bitte. Wenn nicht, dann sind Sie dran. Gleiches Recht für alle Wirte. Selbstverständlich haben wir auch etwas gegessen. Klassiker, um zu spüren, was neu ist. Oder alt, wie die horrenden Preise. Alle neun Hauptgerichte der Tageskarte kosten von 10,50 bis 21,90(!!) €. Wer soll das bezahlen? Nirgendwo auf der Welt kenne ich eine Klosterwirtschaft, die sich solche Preise erlauben darf. Mit dieser Politik haben sogar weltliche Wirte Bruder Insolvenzius kennenlernen müssen. Scheyern nicht auch? Edle Terrine vom Reh an gemischtem Blattsalat mit Sauce Cumberland (6,50 €) ist in der Konsistenz zu streichwurstig, aber gut abgeschmeckt. Knackig der Salat, aber nicht in mundgerechten Stücken, dafür gutes Dressing. Sensationell die Sauce, sie schmeckt, als wäre sie hausgemacht. Ausgezeichnet auch das Baguette. Blöd das »an«. 1/4 gefüllte Bauernente mit Kartoffelknödel und Birnenblaukraut (7,40 €). Der Vogel kam mit rescher Haut und butterzartem Fleisch, feiner, klarer Soße und einem köstlichen, nicht mehr ganz knackiges Blaukraut, separat gereicht. Die Knödel dürften mittags besser schmecken, nur bei diesen Preisen müssen sie am Abend auch frisch gemacht werden. Etwas entschädigte die schmackhaft derbe Füllung, der halbe Knödel ging zurück. Was sage ich zum gestrigen Abend? Also mit dem vollmundigen »Seele baumeln lassen« im Speisenkarte-Vorwort des Österreichers Eder war es gestern nun wirklich nichts. Deshalb ein Stoßgebet: Herr, mach' bitte einen schönen Biergartensommer mit bebediktinischen Preisen, damit ich meiner Scheyernliebe weiter huldigen kann. Amen. *unternehmensberatender Expater von Andechs! März 08 || Essen: 4 Punkte, Bedienung: 3 Punkte, Ambiente: 4 Punkte, Sauberkeit: 5 Punkte, Gesamt: 4 Punkte
Bewertung vom 28.03.2008 (4 von 5 Punkten)



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